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Pferde in Karnevalsumzügen

Es ist Brauch und damit nicht entschuldigt, in Karnevalsumzügen Pferde einer johlenden Menge auszusetzen. Oft handelt es sich um Pferde aus Verleihställen auf denen sich mangelhaft ausgebildete Reiter präsentieren. Den reiterlichen Mängeln trägt man dadurch Rechnung, als den kamellenwerfenden vorsichtshalber Stallburschen aus den Verleihställen beigegeben werden, die zu Fuß den stolzen Reitersmann begleiten. Nimmt man den ursprünglichen Grund solcher Umzüge ernst, dann war gerade in den Hochburgen des Karnevals Ausdruck dieser Umzüge dem preußischen Exerziergehabe eine Karikatur entgegen zu setzen.

Da würde der Einsatz von hölzernen Steckenpferden durchaus dem gewollten Ziel entsprechen. Gegen den Einsatz von lebenden Tieren würde auch die Straßenverkehrordnung sprechen, weil Alkohol am Zügel im öffentlichem Straßenverkehr den Verlust des Führerscheins zur Folge hat. Es sollten also, wenn nicht Vernunft gefragt ist, die Ordnungsbehörden Alkoholtest bei den Damen und Herren berittenen Karnevalsjecken durchführen. Den Pferden würde dann unnötiger Streß vermieden. Die Pferde haben nichts von ach so lustigen Treiben, ihre geblähten Nüstern, ihr tänzeln ist Ausdruck von Angst.