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Artgerechte Pferdehaltung?

Die Entwicklungsgeschichte des Pferdes beginnt mit einem fuchsgroßen Waldtier dessen Nahrung aus Laub bestand und dem heutigen Pferd, das lange schon domestiziert wurde. Nachdem das Pferd den Wald verlassen hatte, wurden seine Lebensräume Steppen, Savannen und Wüstengürtel. Die Lebensräume waren übersichtlich. Unbekannten Gefahren entzog sich das Pferd durch Flucht. Für die Flucht verfügt das Pferd über eine Reihe von Möglichkeiten. Kreislauf und Atmung lassen sich kurzfristig auf dreifachen Normalwert bringen, ohne das das Pferd kollabieren würde. Durch zusätzliche Ausschüttung von roten Blutkörperchen ist die Sauerstoffversorgung von Muskeln und Gehirn gewährleistet. Das ist übrigens allen Fluchttieren zueigen. Zur artgerechten Haltung gehört also die Wahrnehmung des Umfeldes, damit vermeintlichen Gefahren ausgewichen werden kann, die Herde, um Sozialkontakte zu wahren und die Weide als Ersatz für die Steppe von einst.

Der Eypaschhof bietet den Veteranen 16 Hektar Weide arrondiert gelegen um den 1619 erstmals urkundlich erwähnten fränkischen Wehrhof. Alle Pferde und Esel sind nachts in Boxen untergebracht. Tagsüber geht es in sorgfältig zusammengestellten Weidegruppen auf die einzelnen Weideparzellen verteilt. Es ist ausreichend Weidefläche verfügbar, um regelmäßig den Weiden Ruhe zum Nachwachsen zu gönnen. Die abgeweidete Fläche wird vom Geilwuchs befreit, geschleppt, damit die Grasnarbe wieder Luft bekommt, um allen Weidegräsern und Weidekräutern eine Chance zum Wachsen zu geben. Unsere Regenverhältnisse am Niederrhein sind nicht so günstig zur Heuwerbung, deshalb machen wir auch keins, sondern Beziehen Heu aus dem Schwarzwald, welches wie Heu riecht und auch eine grüne Farbe hat und farbmäßig und geruchlich mit Tabak nicht zu verwechseln ist. Das kosten zwar per 100 kg einen Euro mehr, dafür fressen es aber die Tiere und arbeiten es nicht in die Einstreu ein.

Probleme machen uns immer die Hufrehe gefährdeten Pferde und Ponies, die eine karge Weide brauchen. In der vegetationsfreundlichen Jahreszeit April - September gesellen wir den Gruppen der Ponies und Esel einige Großpferde bei, um die gewünschte Abweidung zu erreichen.

Beim morgendlichen Weideauftrieb und beim abendlichen Weideabtrieb ist ein gutes Auge von Nöten, um rechtzeitig Lahmheiten zu erkennen. Die regelmäßig Hufkontrolle ist Pflicht!